Gibt es vegane Medikamente?
Eine vegane Lebensweise verzichtet nicht nur auf tierische Erzeugnisse in Nahrungsmitteln. Sie umgeht in allen Lebensbereichen die Verwendung von Produkten, deren Inhaltsstoffe den Tod, das Leiden oder die Ausbeutung von Tieren bedeuten. Gerade bei Medikamenten gestaltet sich dies oft schwierig, weil deren Wirkstoffe mit wenigen Ausnahmen an Tieren getestet werden. Rein vegane Medikamente wird es in der Regel also kaum geben.
Eine Möglichkeit, das Problem abzuschwächen, besteht in der Verwendung sogenannter Generika. Hat ein Medikament die Marktzulassung erhalten, können andere Firmen den Wirkstoff kopieren und in eigenen Präparaten verkaufen. Für diese Generika sind dann zwar keine Tierversuche mehr nötig; die Legalisierung des eigentlichen Wirkstoffs hat jedoch das Leiden und Sterben von Tieren vorausgesetzt. Auf der wirklich sicheren Seite sind Veganer derzeit nur bei einigen homöopathischen Arzneimitteln.
In der Homöopathie sind Tierversuche sogar Unsinn
Die Wirkung von Homöopathika basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Die Ursache eines bestimmten Symptoms wird durch einen Stoff behandelt, der dieses Symptom ebenfalls auslöst, selbst jedoch homöopathisch aufbereitet ungefährlich ist. Um diese Ungefährlichkeit zu gewährleisten, wird der homöopathische Wirkstoff im Zuge der sogenannten Potenzierung stark verdünnt. Da tierische und menschliche Organismen unterschiedlich auf die Substanzen reagieren, sind Tests am Menschen zwingend notwendig und Tierversuche lediglich bei homöopathischen Tierarzneien interessant. Vorsicht ist allerdings bei den Inhaltsstoffen geboten. Viele Homöopathika sind vegan; einige basieren jedoch auf tierischen Produkten wie etwa Bienengift oder Tierkohle.
Veganer haben also nur wenig Möglichkeiten rein vegane Medikamente zu nutzen. Dennoch sehen einige auch in dieser Sache positiv in die Zukunft und rechnen mit neuen Möglichkeiten.
Foto: Techniker Krankenkasse / Flickr.com
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