Was muss man machen um Anwalt zu werden?

Um den Berufsweg des Rechtsanwalts einzuschlagen, müsst Ihr nach dem Abitur ein Jurastudium absolvieren. Dieses unterteilt sich in 2 Phasen und wird mit dem 1. Staatsexamen als Teiljurist, sowie anschließend mit dem 2. Staatsexamen als Volljurist beendet. Nach dem ersten Staatsexamen kann der Jurastudent nicht als Anwalt arbeiten, sondern nur weniger anspruchsvolle und eigenständige Arbeiten übernehmen. Um die Zulassung als Anwalt zu erhalten, ist das weiterführende Studium und somit der Abschluss als Volljurist notwendig.

Voraussetzungen für ein Jurastudium

Analytisches, kreatives und logisches Denken, sowie das Interesse an Rechtswissenschaften sind die Grundlagen für ein Studium zum Juristen. Da der Weg zum Jurastudium für viele angehende Studenten Wunsch für den späteren Beruf ist, wird an den Universitäten ein sehr guter Notendurchschnitt erwartet und Ihr könnt den Abschluss des Abis als wichtigste Grundvoraussetzung für eine Zulassung an der Universität betrachten. In der Anfangszeit des Studiums befasst Ihr Euch größtenteils mit Gesetzestexten und solltet über die Fähigkeit verfügen, die Texte nicht als trockenen Lehrstoff zu sehen. Die Interpretation der Inhalte ins reale Leben, sowie die Umsetzung der Grundlagen ist ein Faktor, der über Euren Erfolg im Studium entscheidet. Zu den schulischen Voraussetzungen gehört vor allem ein guter Abschluss in Deutsch, da sich der Jurist hauptsächlich mit Sprache auseinandersetzt und in der Lage sein muss, fließend und verständlich zu sprechen, sowie zu verstehen und fehlerfrei zu schreiben. Ebenso sind Mathematik und Latein notwendig. Ein Mythos ist allerdings, dass der Jurastudent das kleine und große Latinum nachweisen muss. Da im juristischen Werdegang allerdings häufig auf Latein zugegriffen wird, sind Grundkenntnisse in der Sprache von Vorteil. Englisch sollte fehlerfrei beherrscht werden.

Persönliche Anforderungen im Jurastudium

Da das Studium länger als andere Studiengänge dauert und nach dem 1. Staatsexamen noch das 2. Staatsexamen zum Volljurist ansteht, solltet Ihr Disziplin und Ausdauer mitbringen. Bis zum 1. Staatsexamen dauert es rund 4-5 Jahre, die praktische Zeit im Referendariat dauert in der Regel 2 Jahre. Zwischen beiden Zeiten muss in vielen Bundesländern eine Wartezeit eingeplant werden.

Generell gilt, dass man sich viel Lehrstoff allein erarbeiten muss und aus diesem Grund in der Lage sein, ausdauernd und motiviert mit dem Studium zu beginnen und Euch im Durchhaltevermögen zu beweisen. Eine gute Rhetorik und die Freude am Diskutieren und Kommentieren sollten vorhanden sein.

Praktische Arbeit im Referendariat

Während des Referendariats muss der angehende Junganwalt nicht nur in einer Kanzlei arbeiten, sondern auch im öffentlichen Dienst, wie beim Richter, Staatsanwalt oder in der öffentlichen Verwaltung. Dies erfordert viel Zeit und einen guten Ausdruck, sowie die Umsetzung des Erlernten. Während der Zeit des Referendariats wird man je nach Bundesland z.B. als Beamter auf Widerruf eingestellt und bereits entlohnt.

Ist das 2. Staatsexamen geschafft, kann man als angestellter Junganwalt in Rechtsanwaltskanzleien arbeiten, sich als Rechtsanwalt selbständig machen oder in Rechtsabteilungen großer Firmen vorstellig werden. Für die Anwaltszulassung ist eine Haftpflicht Voraussetzung, denn ab dann haftet man auch für seine Beratung. Leider haben es Anfänger nicht mehr so einfach. Inzwischen ist die Zahl der Anwaltszulassungen stark gestiegen, so dass sich der Markteintritt sehr schwierig sein kann.

Foto: Lisa S. / shutterstock.com

Ekki

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