Wer war der Soldatenkönig?
Heute kommen wir zum Thema Geschichte. Viele vor allem ältere Mitbürger kennen den sog. “Soldatenkönig”. Viele Geschichten ranken sich um ihn und ganz besondere Aufmerksamkeit in de Geschichte erlangte der Konflikt zwischen ihm und seinem Sohn, dem Kronprinzen. Aber wer war er eigentlich, was hat er gemacht und warum wurde er als Soldatenkönig bezeichnet?
Wer war der Soldatenkönig?
Friedrich Wilhelm I. wird in der Geschichte als Soldatenkönig bezeichnet. Er war König in Preußen und Vater des wohl noch bekannteren Preußenkönigs Friedrich der Große. Der Soldatenkönig lebt vom 14.08.1688 bis 31.05.1740. Er war ein raubeiniger Zeitgenosse und für seine Zeit ein ganz anderer Monarch als es üblich war. Während sein Vater prunksüchtig war und sein wohl einziger Verdienst der Königstitel war, war Friedrich Wilhelm I. sehr sparsam und selbst an seinem Hof lebte man zeitweise sehr spartanisch. Er kürze alle Staatsausgaben und schaffte es, dass das verschuldete Preußen am Ende seiner Amtszeit finanziell sehr gut da stand. Der Staatsschatz, den er seinem Sohn übergab ermöglichte diesem sein Werk zu vollbringen. Kein Staatswesen war im 18. Jahrhundert so effektiv wie das der Preußen. Wichtige Entscheidungen traf der König unter seinen Getreuen im Tabakskollegium.
Dennoch leistete sich Friedrich Wilhelm I. der Aufbau eines starken Militärs. Auf diesem Gebiet gab er auch richtig Geld aus, auch wenn es in seiner Amtszeit für Preußen mehr Frieden gab als davor oder danach. Besonderen Wert legte er auf seine “Langen Kerls”. Groß gewachsene junge Männer wurden in ganz Europa geworben und gekauft für die Potsdamer Riesengarde des Königs. Wegen seiner Leidenschaft fürs Militär und seiner Lebensweise im Militäranzug wurde er von allen nur “Der Soldatenkönig” genannt.
Der Konflikt mit dem Sohn
Aufsehen erregte der Konflikt zwischen dem Soldatenkönig und seinem Sohn Friedrich II. Der Kronprinz war ein Philosoph, der sich mit dem Leben des Vaters nicht anfreunden konnte. Friedrich II. liebte Bücher, Musik und den Genuss. Der Vater wollte jedoch eine Erziehung nach seinen Vorstellungen. Eine militärische Ausbildung und ein gottesfürchtiges Leben. Der Konflikt spitze sich zu und Friedrich II. versuchte zu fliehen. Sein Fluchtversuch kostet seinen treuen Begleiter Hans Hermann von Katte das Leben. Friedrich wurde verhaftet und musste jahrelang in Küstrin leben. Später kam es zur Versöhnung.
Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, hinterließ seinem Sohn ein gesundes Staatswesen und ein starkes Heer, mit dem Friedrich II. in der Siebenjährigen Krieg zog.
Die Langen Kerls wurden aber nicht immer freiwillig rekrutiert!